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„eSport ist kein Sport!“

| Allgemein (LSB)

Virtuelles Phänomen und Teil einer modernen Jugendkultur, aber eindeutig kein Sport: In der lebhaft geführten Diskussion zum Thema „eSport“ hat sich der Landessportbund Nordrhein-Westfalen e.V. eine klare Meinung gebildet und den elektronischen Wettkampfspielen für die teilweise lautstark geforderte Anerkennung als „echte Sportart“ - trotz unbestritten vorhandener Bewegungsabläufe - eine Absage erteilt.

„Natürlich gehen wir davon aus, dass sich die überwiegend kommerziellen Formen von eSport langfristig weiter etablieren werden, denn am Ende entscheiden nicht Sportverbände, was vor allem junge Menschen für Sport halten. Doch bei Computer-Simulationen, die häufig mit den ethischen Werten des Sports unvereinbar sind, lassen sich eben keine sportartenbestimmenden körperlichen Aktivitäten erkennen“, benannte LSB-Vorstand Ilja Waßenhoven die zentrale Erkenntnis aus dem nun vorliegenden Positionspapier der größten Personenvereinigung in NRW. Unabhängig davon kündigte Waßenhoven an, für mögliche Anknüpfungspunkte zum organisierten Sport den direkten Austausch mit den handelnden Personen der eSport-Szene unverändert fortzusetzen.

Gleichzeitig forderte der LSB NRW insbesondere die Akteure im Kinder- und Jugendsport zur Auseinandersetzung mit der Frage auf, inwieweit eSport-Wettbewerbe als außersportliche Jugendarbeit Eingang in Sportvereine und -verbände finden könnten. „Aus unserer Sicht sollten deshalb entsprechende pädagogische Konzepte zum Umgang mit eSport, nicht zuletzt Maßnahmen zur Schulung von Medienkompetenz und Suchtprävention, entwickelt werden“, betonte Sportjugend-Vorstand Jens Wortmann. Diesbezüglich hat die NRW-Sportjugend bereits den Auftrag übernommen, eine eigene Handlungsempfehlung zeitnah auf den Weg zu bringen.

Bild: Andrea Bowinkelmann

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