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Gegen die Motorikbremse


Fortbildung für Grundlagentraining im Kindesalter

Eine breitgefächerte sportliche Ausbildung stärkt Talente. Das hilft ihnen auch, gesund durch ihr Sportlerleben zu kommen. Wie Trainer das den Sportlern vermitteln können, ließ sich in einer Fortbildung in Dortmund erfahren. Die Grundlagen dazu wurden vom Landessportbund NRW gelegt.

Manchmal kann Ulrike Geber kaum glauben, mit welchen motorischen Defiziten die Jüngsten bei ihr im Training aufschlagen. „Viele Bewegungsgrundlagen sind heute nicht oder nur schlecht vorhanden“, sagt die Eislauftrainerin am Rande der Fortbildung der Deutschen Eislauf-Union (DEU) in Dortmund. Kinder im Kindergartenalter hätten häufig Probleme damit, einen Ball zu fangen, auf einem Bein zu stehen oder Seil zu springen. Wie soll man ihnen da noch komplexere Bewegungen vermitteln, die für das Eislaufen nötig sind?

Ausgebremst in jungen Jahren
Die Beobachtung Gebers, die seit mehr als 40 Jahren Trainerin ist, mag wenig überraschend sein. Schließlich liegt es auf der Hand, dass Kinder, die länger in der Schule sind, mehr an der Spielkonsole hocken und weniger draußen mit Gleichaltrigen herumtollen, auch weniger Bewegungserfahrungen sammeln. Doch dass diese motorischen Defizite im Kindesalter auch spätere Kaderathleten ausbremsen, ist nicht jedem bewusst. Zumal bei diesen hinzukommt, dass talentierte Kinder und Jugendliche in ihren Sportarten häufig schon früh sehr spezialisiert trainieren.

Grundlagen schaffen
Fehlende Grundlagen gehen im Leistungsbereich mit einer geringeren Belastungsverträglichkeit einher. Das Verletzungsrisiko steigt. Nötige Trainingsumfänge können nicht geleistet werden. Die Lust auf Sport und Leistung vergeht den Talenten. „Unsere Erfahrung zeigt, dass die vorhandenen Defizite ihren Beitrag zur recht hohen Dropout-Quote im Kaderbereich der Jugendlichen leisten“, sagt Julia Hämel, Leistungssportreferentin im LSB.

Erster Fachverband
Deshalb hat der LSB vor etwa zwei Jahren das Projekt „Grundausbildung im Grundlagentraining“ ins Leben gerufen. Damals brachte der LSB mit fachkundiger Unterstützung der Trainerakademie des DOSB in Köln das Buch „Allgemeine motorische, koordinative und athletische Grundausbildung im Grundlagentraining“ heraus. Ein Jahr später dann die erste Fortbildung beim Stadtsportbund in Düsseldorf. Nun fragte mit der Deutschen Eislauf-Union erstmals ein Fachverband das Thema für eine Fortbildung an. „Für unsere Sportart ist die koordinative Grundschulung enorm wichtig, weil wir eine frühspezialisierende Sportart sind“, sagt DEU-Ausbildungskoordinator Jens ter Laak.

Den gesamten Artikel „Gegen die Motorikbremse“ von Jürgen Bröker lesen Sie in der August-Ausgabe der „Wir im Sport“

Fotos: Andrea Bowinkelmann