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Politik stärkt Integrationsarbeit des Sports den Rücken


Wenn eine Veranstaltung in Räumlichkeiten des Rot-Weiss Stadions in Essen stattfindet, führt kein Weg an ihm vorbei: an Helmut „Tooor“ Rahn. Verewigt als Bronzestatue vor der Arena begrüßte die Symbolfigur des Wunders von Bern rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung. Eingeladen waren Ende November Vertreter aller SSB, KSB, der Kommunalen Integrationszentren und Integrationsräte in NRW. Und die erwarteten kein Wunder, sondern richtungweisende Aussagen der Landesregierung zu Beginn der Legislaturperiode und verbandspolitische Positionen zur Weiterentwicklung von „Integration durch Sport“ in NRW.

„Sport an Integrationsstrategie 2030 beteiligen“

Diese lieferte die neue Staatssekretärin für Integration des Landes NRW, Serap Güler. Sie ließ keinen Zweifel: „Der Sport ist für unsere Integrationspolitik ein wichtiger Partner. Wir wollen diese Politik weiterentwickeln und dabei auch den Sport an unserer geplanten Integrationsstrategie 2030 beteiligen.“ Dabei habe man neben den Menschen, die neu zugewandert seien, vor allem auch jene im Blick, die bereits seit Jahrzehnten im Land seien. Besonders hob sie die Bedeutung des Ehrenamtes für die Integrationsarbeit hervor. So werde das Landesprogramm KOMM-AN NRW, das zur Unterstützung des Ehrenamtes in der Flüchtlingshilfe aufgelegt wurde, fortgeführt und weiterentwickelt.

„Ein starkes Signal der Landesregierung“

Einer der langjährigen Integrationsakteure in NRW ist der Landessportbund. Dessen Präsident Walter Schneeloch wertete Gülers Aussagen als „starkes Signal der Landesregierung.“ Und ergriff die Gelegenheit beim Schopf, mit ihr ein Spitzengespräch im LSB zu vereinbaren, gemeinsam mit den Tagungspartnern, dem Landesintegrationsrat NRW und Regierungspräsident Hans-Josef Vogel. Dessen Bezirksregierung Arnsberg hat die Federführung für die Landesweite Koordinierungsstelle der 53 Kommunalen Integrationszentren NRWs (LaKI), welche die staatliche Infrastruktur der Integration in NRW bilden.

„Systematische Integration forcieren“

Schneeloch sicherte Güler Unterstützung zu: „Trotz zurückgehender Flüchtlingszahlen müssen wir gerade jetzt, stärker denn je, eine systematische Integration für die seit vielen Jahren hier lebenden Migrantinnen und Migranten sowie für die Neuzugewanderten forcieren. Gerade jetzt wird es entscheidend sein, ihnen eine langfristige Perspektive zu bieten – und eine gleichberechtigte Teilhabe im und über den Sport in der Gesellschaft zu ermöglichen.“ Dazu gelte es, die Netzwerke vor Ort weiterzuentwickeln und in der Fläche zu verankern.

Netzwerke als Schlüssel zum Erfolg

In fünf Praxisforen schuf die Tagung dann den Rahmen, Wege in diese Zukunft zu diskutieren. Flankiert durch ein Referat von Prof. Dr. Dieter Filsinger mit dem passenden Titel: „Netzwerkentwicklung als Schlüssel zum Erfolg!“. Kooperationspartner der Veranstaltung waren LSB, LaKI, Bezirksregierung Arnsberg und der Landesintegrationsrat NRW. Dessen Vorsitzender Tayfun Keltek mahnte: „Die interkulturelle Öffnung des Sports kann nicht nur eine Frage der Zukunftsfähigkeit der Vereine sein. Vielmehr muss sie als wichtiges Instrument der Integrationsförderung wahrgenommen werden.“

Weitere Informationen zum Thema "Integration durch Sport" finden Sie hier.

Text: Michael Stephan
Bild: Michael Grosler