Boxen - Der Kampf

Boxen - Der Kampf mit den Fäusten

Faszination Boxen – kaum eine andere Kampfsportart zieht so viel Aufmerksamkeit auf sich, wie der professionelle Kampf mit den behandschuhten Fäusten.
Boxen ist ein Sport mit einer sehr langen Tradition. Bereits um 3000 v. Chr. wurden in Ägypten Unterhaltungskämpfe ausgetragen, 688 v. Chr. War es erstmals olympische Disziplin. Die moderne Form des Boxen hat ihre Ursprünge aber im 17. und 18. Jahrhundert in England.

Seitdem hat sich rund um den Boxsport ein komplexes Regelwerk entwickelt. Grundsätzlich sind dabei nur Schläge oberhalb der Gürtellinie erlaubt, die mit den geschlossenen Fäusten ausgeteilt werden. Weiterer Körperkontakt ist in der Regel nicht erlaubt. Auch das so genannte Klammern, wenn zwei Boxer sich ineinander „verkeilen“ gilt eigentlich schon als Foul, wird von den Ringrichtern aber meist bis zu einem gewissen Maß geduldet.

Im Amateurbereich geht ein Kampf über drei Runden zu drei Minuten mit einer jeweils einminütigen Pause. Im Gegensatz dazu kann die Rundenzahl im Profiboxen frei festgelegt werden, in der Regel liegt diese aber zwischen vier und zwölf Runden.

Die Möglichkeiten, einen Kampf für sich zu entscheiden, sind dabei recht vielfältig. Als klarer Sieg gilt, wenn der Gegner zu Boden geschickt wird und es nicht schafft, innerhalb von 10 Sekunden wieder auf die Beine zu kommen, was auch als „Knockout“ bezeichnet wird. Wird ein Gegner innerhalb einer Runde dreimal angezählt oder viermal während des gesamten Kampfes, geht der Sieg ebenfalls an den Kontrahenten. Außerdem kann ein Kämpfer jederzeit aufgeben oder der Kampf vom Ringrichter abgebrochen werden, wenn er einen der Teilnehmer für Kampfunfähig erklärt oder wegen Unsportlichkeit disqualifiziert.

Stehen am Ende eines Kampfes noch beide Kämpfer fest im Ring, greift ein gesondertes Punktesystem. Eine Jury von drei Kampfrichtern bewertet nach jeder Runde unabhängig voneinander die Leistung beider Boxer. Wer eine Runde durch Treffer, Aktivität, Technik und Verteidigung für sich entscheiden kann, bekommt 10 Punkte. Der Gegner erhält neun Punkte, von denen für jeden Niederschlag ein Punkt abgezogen werden kann. Außerdem wirken sich Verwarnungen des Ringrichters negativ auf die Gesamtpunktzahl aus.

Damit die körperlichen Voraussetzungen bei einem Kampf möglichst ausgeglichen sind, werden die Boxer in verschiedene Gewichtsklassen wie Fliegengewicht oder Schwergewicht unterteilt. In jeder dieser Klassen vergeben unterschiedliche Boxverbände ihre Weltmeistertitel. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass ein Kämpfer mehrere Weltmeistertitel gleichzeitig tragen kann.

So populär und aufregend der Boxsport ist, so gefährlich kann er auch sein. Das Verletzungsrisiko bei den Kämpfen und auch beim Training ist akut und immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Todesfällen, bei denen auch junge Boxer durch Hirnblutungen und Leber- und Milzverletzungen ums Leben kamen.