Headerbild Inklusion im Sport: Behinderter und Nicht-Behinderter paddeln gemeinsam in einem Boot
Inklusion im Sport

Inklusion gehört zu großen gesellschaftlichen Zukunftsthemen. Auch für den LSB NRW ist es gleichsam Auftrag wie eigener Anspruch, die selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu fördern. Dazu ist es u.a. erforderlich, praktische Konzepte und Modelle zu entwickeln, wie Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam Sport treiben können.

Vielfalt gestalten – gleichberechtigte Teilhabe fördern

Der LSB NRW hat auf seiner Mitgliederversammlung am 9. Januar 2016 das Positionspapier „Sport und Inklusion: Vielfalt im Sport gestalten – gleichberechtigte Teilhabe fördern“ verabschiedet. Diese Positionierung bietet einen grundlegenden Orientierungsrahmen für das gesamte Verbundsystem des Sports in Nordrhein-Westfalen, um Menschen mit Behinderungen eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe am Sport zu ermöglichen.

Um seiner Rolle als Inklusionsakteur gerecht zu werden und das inklusive Potential des Vereins- und Verbandssports bestmöglich zu entfalten, sind für den organisierten Sport in NRW dabei vier Grundsätze handlungsleitend:

  • Wir erkennen Sportler/-innen mit Behinderung als selbstverständlich im Vereins- und Verbandssport an.
  • Wir unterstützen in unseren Sportvereinen, Bünden und Verbänden eine Willkommenskultur, die von Respekt, Anerkennung von Vielfalt und Wertschätzung der individuellen Potentiale jedes einzelnen Menschen geprägt ist.
  • Wir beziehen Menschen mit Behinderung als Experten in eigener Sache in die inklusive Entwicklung des Vereins- und Verbandssport mit ein.
  • Wir setzen uns für die Schaffung von Rahmenbedingungen ein, die Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit eröffnen, ihren Sport gemäß ihren individuellen Wünschen und Voraussetzungen zu treiben.
Sebastian Finke, Referent Inklusion im Sport

Sebastian Finke
Referent Inklusion
Tel. 0203 935546-14
E-Mail schreiben


Ausgehend von diesen handlungsleitenden Grundsätzen wird es zukünftig darum gehen, Inklusion im Sport entlang der drei Schritte „Inklusive Kulturen schaffen“, „Inklusive Strukturen etablieren“ und „Inklusive Praktiken entwickeln“ voranzutreiben und landesweit als Querschnittsthema des Sports in NRW zu etablieren.

Positionspapier Sport und Inklusion

Das Modellprojekt "Sport und Inklusion im Verein"

Das Modellprojekt "Sport und Inklusion im Verein"

Mit dem dreijährigen Modellprojekt „Sport und Inklusion im Verein“, das der LSB NRW gemeinsam mit dem BRSNW und unterstützt durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MFKJKS) von 2013 bis 2016 durchgeführt hat, wurden Modelle zur Gestaltung und Umsetzung von Inklusionsprozessen in Sportvereinen erarbeitet und erprobt. Beteiligt an dem Projekt waren zehn Sportvereine und ein Kreissportbund in NRW.  

Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wurde das Projekt von Prof. Dr. Heiko Meier und Prof. Dr. Simone Seitz von der Universität Paderborn. Auf Basis des wissenschaftlichen Abschlussberichtes ist eine Broschüre für die inklusive Sportvereinsentwicklung erarbeitet worden. Diese greift  zentrale Ergebnisse und Erkenntnisse des Projekts auf und stellt Handlungsempfehlungen für Sportvereine zur Verfügung, um sich beim Thema "Inklusion" zu engagieren.

Broschüre "Leichter, als Du denkst! Inklusion im Sportverein: Strategien für die Praxis"

Aktionsplan „Sport und Inklusion in NRW“

Aktionsplan „Sport und Inklusion in NRW“

Auf Grundlage des Positionspapiers  und den Erkenntnissen des Modellprojekts "Sport und Inklusion im Verein" sollen konkrete Ziele und Maßnahmen für das Themenfeld Sport und Inklusion abgeleitet werden. Ziel ist es, einen Aktionsplan "Sport und Inklusion in NRW" zu erarbeiten. Dieser umfasst zunächst die fünf Handlungsfelder

  • Sportvereinsentwicklung inklusiv – „Inklusive Sportvereinsprofile in NRW fördern“,
  • Qualifizierung inklusiv – „Informations- Beratungs- und Schulungsangebote zum Thema Inklusion und Sport entwickeln und anbieten“,
  • Kooperation und Vernetzung inklusiv – „Den organisierten Sport als relevanten Inklusionsakteur etablieren“,
  • Sportarten inklusiv – „Gleichberechtigte Teilhabe sportartspezifisch gewährleisten“,
  • Zugänglichkeit inklusiv – „Sporträume, Information und Kommunikation barrierefrei gestalten“.

Entlang dieser Handlungsfelder soll der Aktionsplan in engem Austausch mit dem Verbundsystem weiterentwickelt, kontinuierlich fortgeschrieben und evaluiert werden.

Vereinsförderung für inklusive Angebote

Vereinsförderung für inklusive Angebote

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen und der LSB NRW fördern seit 2016 gemeinsam das Engagement von Sportvereinen, die der Schaffung inklusiver Angebote für Menschen mit und ohne Behinderungen der Sportvereine zu Gute kommen. Angebunden an das Landesprogramm 1000x1000 sollen Sportvereine vielfältig unterstützt werden, inklusive Sportangebote zu entwickeln und umzusetzen. Die Förderung in Höhe von 1.000,00 € je Verein dient dabei z.B.

  • der Anschaffung von Bewegungs-, Spiel- und Sportgeräten, die zur Umsetzung von inklusiven Angeboten gebraucht werden,
  • Maßnahmen, die der Gewinnung, Qualifizierung und Fortbildung von Vereinsmitarbeiter/innen zur Durchführung inklusiver Angebote dienen,
  • der Schaffung neuer sportlicher und/oder geselliger Angebote in Sportvereinen für Menschen mit und ohne Behinderung oder
  • Maßnahmen zur barrierefreien/-armen Gestaltung von Vereinsinformationen (z. B. Homepage, Broschüren etc. in Leichter Sprache, Blindenschrift, Gebärdensprache u.v.a.m.).

Landesweit können auf diese Weise jährlich bis zu 250 Vereine dabei unterstützt werden, Vielfalt in ihren Organisationen zu gestalten und die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu fördern.

Fortbildung zum Thema Inklusion

Fortbildung zum Thema Inklusion

Der LSB NRW hat eine acht Lehreinheiten umfassende Fortbildung zum Thema Inklusion und Sport entwickelt, mit der interessierte Übungsleiter/innen für das Thema Inklusion sensibilisiert werden sollen. Es wird also eine Einführung in diese Thematik vermittelt, sowie Basiswissen, Orientierungshilfen und methodische Hilfen gegeben. Die Verdeutlichung von Möglichkeiten und auch möglichen Grenzen der Inklusion einzelner behinderter Teilnehmer/innen in bestehenden Sportgruppen ergänzen die Fortbildung.

Die Fortbildung wird über die Stadt- und Kreissportbünde angeboten. Termine und Orte sind in unserem »Qualifizierungsportal zu finden.

Inklusion im Sport, ein kurzes Interview mit Lehrern der Matthias-Claudius-Schule in Bochum.