Statement von Ministerpräsident Hendrik Wüst zum vorläufigen Zwischenergebnis der Ratsbürgerentscheide für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele KölnRheinRuhr: „Das ist wirklich ein überwältigender Abend, mit spektakulären Ergebnissen. Was für eine Klarheit, was für ein breites Bürgervotum für Olympia bei uns in Nordrhein-Westfalen. Ich glaube, wir können mit einigem Recht sagen: ein historischer Rückhalt für eine Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele kommt heute aus Nordrhein-Westfalen. Jetzt liegen uns auch aus unserer Leading City Köln erste valide Zwischenergebnisse vor. Sie machen deutlich: Auch die Kölnerinnen und Kölner haben mit einem breiten Votum für die Spiele gestimmt. Damit haben wir aus allen 17 beteiligten Kommunen Ergebnisse vorliegen.
Rund 1,4 Millionen Menschen haben ihre Stimme abgegeben. Die Bewerbung KölnRheinRuhr kommt dabei insgesamt auf eine Zustimmung von rund zwei Dritteln der Stimmen. Diese Zahl ist Ausdruck der Sportbegeisterung der Menschen in unserem Land, die wahrscheinlich einzigartig ist. Sie sind nicht nur für Olympische und Paralympische Spiel an Rhein und Ruhr, sie sind von der Idee sogar begeistert. Sie sind begeistert von 14 Millionen Tickets und Rekordkulissen. Von Ideen wie Schwimmen vor 60.000 Zuschauern auf Schalke, Marathon unter dem Kölner Dom und Beach-Volleyball am Rhein in Düsseldorf. Von einem Konzept, dass voll auf Nachhaltigkeit setzt und die Sportlerinnen und Sportler in den Mittelpunkt stellt. Von fast anderthalb Millionen vergünstigten Tickets für Kinder, Familien und Ehrenamtler. Ich habe eingangs gesagt: die demokratische Zustimmung der Menschen ist für uns das Fundament einer erfolgreichen Bewerbung. Und dass dieses Fundament bei uns besonders stark ist. Ich habe immer ein gutes Gefühl gehabt. Es war überall im Land spürbar, dass die Menschen positiv auf die Idee Olympia reagieren. Und dass der Rückhalt immer stärker wurde, umso konkreter und klarerer die Stärken unseres Konzepts hervortraten. Aber dass der Rückhalt so stark ist, damit hätte auch ich nicht gerechnet.
Besonders freuen wir uns über den überragenden Rückhalt aus Aachen mit 76,3 Prozent. Mönchengladbach mit 74,4 Prozent und Gelsenkirchen mit 74,2 Prozent. Und die Super-Ergebnisse aus den großen Städten unserer Bewerbung. Denn nicht nur Köln hat in einer Rekordabstimmung mit sensationeller Abstimmungsbeteiligung ein bärenstarkes Ergebnis erzielt. Das gilt auch für unsere Landeshauptstadt Düsseldorf mit 67,3 Prozent und die Stadt Essen mit 64,3 Prozent. Auch das sind superstarke Ergebnisse. Diese Abstimmung ist aber auch noch aus einem anderen Grund ganz besonders. In allen 17 beteiligten Kommunen haben die Menschen für die Olympischen und Paralympischen Spiele gestimmt. Die Menschen in allen Städten wollen die Spiele bei uns, bei sich zu Hause. Damit hat vor einem halben Jahr keiner gerechnet. Die Stärke unseres Konzepts war immer, dass wir viele starke Schultern haben, die diese Bewerbung tragen. Dazu gehörte auch, dass die Menschen in allen Städten nach ihrer Meinung gefragt werden sollten. Das haben viele für ein großes Risiko gehalten. Manche haben versucht, uns das auszureden. Wir sind das Risiko aus voller Überzeugung eingegangen, um möglichst viele Menschen auf dem Weg zu Olympia mitzunehmen. Der Lohn ist jetzt eine olympische Bewerbung, die über eine noch nie dagewesene gesellschaftliche und politische Stabilität verfügt.
Zwei Drittel Zustimmung, das ist eine absolute Spitzen-Zahl. Die Menschen in der Region haben den Slogan unserer Kampagne offenbar wörtlich genommen: sie haben olympische Geschichte geschrieben. Das sind jetzt die Spiele von allen – für alle. KölnRheinRuhr hat jetzt den größten denkbaren Rückenwind. Für alles, was noch kommt. Das Ergebnis ist aber auch ein großer Vertrauensbeweis und der klare Auftrag, olympische und paralympische Spiele wieder nach Deutschland zu holen. Das nehmen wir an. Und das nehmen wir ernst. Denn das ‚Ja‘ der Menschen ist nicht nur ein ‚Ja‘ zu unserer Bewerbung. Es ist auch ein ‚Ja‘ zu Vertrauen. Ein ‚Ja‘ zu Mut. Und ein ‚Ja‘ zu einer gemeinsamen Vision für die Zukunft unserer Region. Heute ist ein Tag, an dem deutlich geworden ist, was möglich ist, wenn viele Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.“