Integration und Inklusion durch Sport: Kinder beim Sport

Integration und Inklusion

Vereinssport kann den Zusammenhalt stiften, den die Gesellschaft so dringend braucht. Deshalb setzt sich der Landessportbund NRW stärker denn je für Integration und Inklusion durch Sport ein: mit einem eigenen Kompetenzzentrum.

Integration und Inklusion durch Sport

Zwei Themen - ein Gedanke

Im Sprachgebrauch wird längst getrennt. Zwischen dem Begriff Integration, der die Debatte um Zuwanderung und Herkunftsunterschiede bestimmt, und dem der Inklusion, der das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung thematisiert.

Auch im organisierten Sport ist diese Unterscheidung politisch angezeigt und praktisch sinnvoll –  gerade weil sich die mit „Integration“ und „Inklusion“ beschriebenen Ziele so ähneln: Menschen aller sozialen Gruppen sollen nicht nur selbstverständlich Zugang zum Sport haben, sondern die Geschicke seiner Organisationen mitbestimmen. Gleichberechtigt, versteht sich. Vielfalt und Teilhabe sind die Stichworte.

Sebastian Finke
Leiter Kompetenzentrum Integration und Inklusion durch Sport
Tel. 0203 7381-924
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Ansprechpartner/-innen

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die »Mitarbeiter/-innen des Kompetenzzentrums "Integration und Inklusion".

Das Kompetenzzentrum für Integration und Inklusion im Sport verbindet

Weil sich beide Themen so unterscheiden, zugleich aber wesensverwandt sind, hat der LSB NRW 2015 das „Kompetenzzentrum für Integration und Inklusion im Sport“ gegründet.

Es soll Vereinen, Bünden und Verbänden helfen, die verbindende Kraft des Sports auszuschöpfen. Sprich: noch mehr Menschen noch enger zusammenzuführen, über Sprach- und Herkunftsgrenzen, körperliche oder geistige Unterschiede hinweg. Überdies setzt sich das Kompetenzzentrum für Weltoffenheit und gegen menschenverachtende Verhaltensweisen im Sport ein.

So groß die Themen, so zahlreich die Aufgaben: Die Mitarbeiter/-innen des Kompetenzzentrums

  • kümmern sich um die finanzielle  Förderung von Integrations- und Inklusionsmaßnahmen
  • steuern die Beratung und Schulung
  • regeln die interne und externe Kommunikation
  • pflegen den Kontakt zur Landespolitik, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und weiteren Partnern

Fachkräfte in Bünden und Verbänden als Integrationslotsen

In Sachen Integration werden sie seit 2016 von Fachkräften in Bünden und Verbänden unterstützt. Die etwa 60 (hauptberuflich tätigen) Frauen und Männer fungieren als eine Art Integrationslotsen. Sie haben den direkten Draht zu den Sportvereinen und Kooperationspartnern am Ort.

Integration durch Sport im LSB NRW

Die interkulturelle Frage ist für den LSB NRW hochaktuell, aber alles andere als neu. Im Jahr 1989 beschloss der Verband, jene damals gestartete Initiative mitzutragen, aus der das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS) entstand – der Rahmen, in dem seither hunderte „Stützpunktvereine“ in NRW beraten und gefördert, tausende Personen aus- und fortgebildet wurden. Dabei sammelte der LSB NRW Erkenntnisse, die er in ergänzenden Projekten anwenden und erweitern konnte. Etwa „spin – sport interkulturell“, das sich vor allem an Mädchen und junge Frauen mit Migrationsgeschichte richtete, oder zuletzt das auf Neuzugewanderte konzentrierte „Willkommen im Sport“ .

Das Flüchtlingsthema hat die Integrationsarbeit nochmals verändert und vorangebracht. Anders als früher spricht das Programm „IdS“ längst auch Neuzugewanderte mit und ohne Fluchterfahrung an. Der LSB NRW nutzt das neue Fachkräftesystem, um den Austausch mit den vielen engagierten Sportvereinen, Bünden und Verbänden  zu verstärken – und um ihre Kooperation mit Politik, Verwaltung und sportfremden Integrationsakteuren vor Ort anzuregen. Im (Zwischen-)Ergebnis ist der Sport vielerorts fest in die kommunalen Netzwerke eingebunden.

Das 2016 vom LSB NRW verabschiedete Handlungskonzept „Von der Willkommenskultur zur Integration" berücksichtigt diese Erfahrungen schon. Es ist auf zehn Jahre ausgelegt und wird immer wieder aktualisiert. Das Ziel ist im Untertitel festgehalten: „Für eine nachhaltige interkulturelle Öffnung des organisierten Sports in NRW“.

Inklusion im LSB NRW

Was bedeutet Inklusion im organisierten Sport? Und was ist dafür zu tun? Die erste dieser Fragen beantwortet der LSB NRW in einem Positionspapier zum Thema, die zweite in einem zurzeit entstehenden Aktionsplan. Diesen Plan entwickelt der LSB NRW gemeinsam mit der Landesregierung NRW, den Behindertensportverbänden und weiteren Partnern.

Das Positionspapier trägt den Titel „Sport und Inklusion: Vielfalt im Sport gestalten – gleichberechtigte Teilhabe fördern“. Darin bekennt sich der LSB NRW etwa zu einer Willkommenskultur, die die „individuellen Potenziale jedes einzelnen Menschen“ wertschätzt und die im Titel erwähnte Vielfalt gewährleistet. An anderer Stelle beschreibt er, was „gleichberechtigte Teilhabe“ auch heißt: „Wir beziehen Menschen mit Behinderung als Experten in eigener Sache in die inklusive Entwicklung des Vereins- und Verbandssport ein.“

Der Aktionsplan überführt die im Positionspapier festgehaltenen Grundsätze in Handlungsleitlinien – die Antwort auf die Frage, was zu tun ist. So benennt der noch im Entstehen begriffene Plan einerseits, was Inklusion im Sport braucht: zum Beispiel umfangreiche Information und Schulung oder die barrierefreie Gestaltung von Sporträumen. Andererseits schlägt der Aktionsplan die Brücke zur Praxis. Denn er beruht zunächst auf den Erfahrungen, die der LSB NRW und der Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW im Gemeinschaftsprojekt „Sport und Inklusion im Verein“ gesammelt haben.