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Sport in Bielefeld mit ungewisser Zukunft?

| Allgemein (LSB)

Kinder beim Schulsport

Ein Statement des Vorsitzenden Prof. Detlef Kuhlmann (SSB Bielefeld):

Der Sport in Bielefeld befindet sich nach wie vor weitgehend im „time-out“. Selbst die lokalen Sportseiten in dieser Zeitung sind davon betroffen. Neues gibt es höchstens aus dem „Corona-Abseits“, aber kaum aktuelle Berichte über Spiele und Wettkämpfe in den verschiedenen Sportarten. Der verbandlich organisierte Sport steht fast vollends still. Dabei liegt das Problem noch viel tiefer, denn viele Aktive in den Vereinen fragen sich inzwischen: Warum lohnt es überhaupt, jetzt schrittweise den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen, wenn noch nicht einmal feststeht, ob im Herbst die Saison wieder beginnt.

Diese düstere Perspektive trifft den Wettkampfsport – egal für welche Altersklasse und in welcher leistungsbezogenen Liga - im Herz: Hier kommen Menschen mit anderen Menschen zusammen, um sich im friedlich-fairen sportlichen Vergleich zu messen. Das ist die Grundidee. Das ist im Basketball nicht anders als im Volleyball, in der Rhythmischen Sportgymnastik genauso wie im Judo. Alles ist derzeit nicht möglich. Gerade weil die aktiven Sportlerinnen und Sportler nicht auf dem Spielfeld stehen dürfen, steht für sie viel auf dem Spiel: Es geht um die Existenz des Trainings- und Wettkampfbetriebs, der seit den letzten 75 Jahren einen rasanten Aufschwung bei uns genommen hat.

Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, setzt die Kultusministerkonferenz (KMK) dieser Tage noch einen drauf: Sie hat angeblich vor, auch im nächsten Schuljahr 2020/21 den Sportunterricht weiterhin ausfallen zu lassen, es sei denn, er kann unter freiem Himmel stattfinden. Anstatt dessen „sollen Schüler motiviert werden, sich mehr in der Freizeit zu bewegen“ (FAZ vom 3. Juni) - also doch: Willkommen in den Bielefelder Sportvereinen, liebe Kinder und Jugendliche, sofern ihr hier noch nicht aktiv seid!

Das Signal der KMK ist fatal bis fürchterlich: Wenn schon ein Sportunterricht durch akademisch qualifizierte Lehrkräfte in nächster Zeit nicht mehr gewährleistet ist, warum sollen dann (in denselben Schulsporthallen) ehrenamtlich tätige Übungsleiterinnen und Übungsleiter für ein „besseres“ Sportangebot für die gleichen Kinder und Jugendlichen sorgen? Mehr noch: Sofern die Sporthallen für den Schulsport geschlossen bleiben, warum müssen sie dann überhaupt noch für die Vereine geöffnet werden? Sport in Bielefeld mit ungewisser Zukunft?

Präsidium und Vorstand des Stadtsportbundes Bielefeld appellieren daher nochmals und mit Nachdruck an alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf kommunaler, aber auch auf Landesebene, dafür Sorge zu tragen, dass der Sport in Bielefeld Schritt für Schritt und zukunftssicher aus der Krise herausgeführt wird. Im Grunde ist ein solches „Konjunkturpaket“ ganz einfach zu schnüren: Verlässliche Wiederherstellung der Rahmenbedingungen für ein geregeltes Sporttreiben, damit die Menschen in Bielefeld wieder in die Sportstätten und zu den vielfältigen Sportangeboten unserer über 220 Sportvereine zurückkehren können. Dazu gehört, dass die kommunalen Sportstätten jetzt, in den anstehenden Sommerferien, nach der dreimonatigen Pause nicht gleich wieder geschlossen werden. Corona hin oder her: Aktives Sporttreiben soll unser Leben nicht nur, aber auch in Bielefeld bereichern – jeden Tag aufs Neue! Auch deswegen gibt es den aktuellen (Lokal-) Sport in dieser Zeitung ...

Text: Quelle SSB Bielefeld
Bild: Andrea Bowinkelmann

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