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Landesregierung sagt zusätzliches Hilfspaket von 15 Millionen Euro zu

| Allgemein (LSB)

Tartanbahn

"Wir lassen den Breitensport nicht allein und stehen an der Seite unserer Vereine"

Durch die fehlenden Zuschauer*innen bei Wettkämpfen und Spielen haben zahlreiche Vereine unterhalb der Profiligen mit erheblichen finanziellen Problemen zu kämpfen, weil diese Einnahmen den Großteil ihres Umsatzes ausmachen. Die Landesregierung wird zur Vermeidung von Zahlungsschwierigkeiten dieser Vereine ein zusätzliches Hilfspaket in Höhe von 15 Millionen Euro auflegen.

Ministerpräsident Armin Laschet hat sich am Freitag, 11. September 2020, gemeinsam mit der Staatsekretärin für Sport und Ehrenamt Andrea Milz mit Vertreterinnen und Vertretern von Sportvereinen und Verbänden bei einem digitalen Sportgipfel ausgetauscht. Schwerpunkt des Gesprächs waren: die Regularien für Zuschauerinnen und Zuschauer bei Sportveranstaltungen während der Corona-Pandemie und die aktuelle wirtschaftliche Situation der Sportverbände und -vereine in Nordrhein-Westfalen.
 
Ministerpräsident Armin Laschet sagte: „Unsere Botschaft ist klar: Wir lassen den Breitensport nicht alleine und stehen fest an seiner Seite. Seit Beginn der Corona-Pandemie mussten viele Vereine große Verluste verkraften, jetzt sorgt Nordrhein-Westfalen dafür, dass der Breitensport in unserem Land gut durch die Krise kommen kann. Damit wollen wir auch die Leistungen vieler Ehrenamtlicher in den Vereinen anerkennen und wertschätzen. Nordrhein-Westfalen ist Land des Sports und Land des Ehrenamts. Das muss so bleiben.“
 
Insbesondere durch das Fehlen von Zuschauerinnen und Zuschauern bei Spielen und Wettkämpfen haben Vereine große finanzielle Einbußen erlitten, einige Vereine bangen um ihre Existenz. Um drohende Insolvenzen abzuwenden, wird die Landesregierung ein zusätzliches Hilfspaket in Höhe von 15 Millionen Euro auflegen. Dies soll frühzeitig dabei helfen, Zahlungsschwierigkeiten von Vereinen aufzufangen. „Damit ist auf unsere Forderung eingegangen worden, viele Vereine der unteren Ligen nicht durch das Raster fallen zu lassen, die ohne die Ticketverkäufe aus Zuschauereinnahmen dauerhaft nicht existieren können. Denn diese stellen ein unverzichtbares Bindeglied zwischen dem Profisport der ersten und zweiten Bundesligen sowie andererseits dem breitensportlichen Wettkampfsport dar“, erklärte LSB-Präsident Stefan Klett.
 
Sport-Staatssekretärin Andrea Milz: „Wir greifen unseren Sportvereinen tatkräftig unter die Arme. Sie erhalten die notwendige Unterstützung, damit Sport auf allen Ebenen auch nach der Corona-Pandemie weiterhin möglich ist. Dabei sind die ehrenamtlichen Aktivitäten das Rückgrat der Vereine. Dass hier die Hilfe ankommt und nachhaltig wirken kann, ist mir besonders wichtig.“

Mehr Zuschauer*innen in Stadien und Sporthallen

Um den Breiten-und Amateursport wieder einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat die Landesregierung mit den Teilnehmern des Gipfels im Einklang mit dem aktuellen Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen eine Öffnung vereinbart: bei regionalen Ligen und bei regionalen, nationalen sowie internationalen Sportwettkämpfen wird es wieder möglich sein – unter Beachtung notwendiger Hygiene- und Schutzmaßnahmen und der Kapazitäten der Sportstätte – mehr Zuschauerinnen und Zuschauer in Stadien und Sporthallen zuzulassen. „Weitere Schieflagen beim zulässigen Publikum würde die grundsätzliche Akzeptanz der notwendigen Einschränkungen im Sport bei vielen Menschen sinken lassen“, begrüßte LSB-Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Niessen die Entscheidung.
 
In dem gemeinsamen Gespräch, in dem Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen und Verbänden unterschiedlicher Sportarten teilnahmen, wurde dabei deutlich, dass die Sportarten sehr unterschiedliche Bedarfe für einen wirtschaftlich vertretbaren Betrieb haben. Die Landesregierung wird das mit Hochdruck in ein stimmiges Gesamtkonzept bringen, das die unterschiedlichen Kapazitäten der Sportstätten berücksichtigt und bereits mit der nächsten Novelle der Corona-Schutzverordnung am kommenden Dienstag in geltendes Recht umgesetzt werden soll.
 
Für die Überbrückung der Einnahmeausfälle wird die Landesregierung die bisherigen Hilfen mehr als verdoppeln, um Sportvereine und -verbände vor erheblichen negativen finanziellen Folgen der Corona-Pandemie zu schützen. Mit der „Soforthilfe Sport“ (10 Millionen Euro aus der NRW-Soforthilfe) konnten Sportvereine Hilfen beantragen, die sich bereits in einer existenziellen Notlage befinden. Diese Hilfe wird nun um 15 Millionen mehr als verdoppelt und ausgeweitet, um den Vereinen schnelle Hilfe unbürokratisch zur Verfügung zu stellen.
Sobald zum zusätzlichen Hilfspaket von 15 Millionen Euro nähere Informationen vorliegen, werden wir Sie hier darüber informieren.

Bereits jetzt können Vereine und Mitgliedsorganisationen bei Corona-bedingten Liquiditätsengpässen über das Förderportal des LSB NRW Anträge zur Unterstützung über das 10 Millionen Euro-Paket "Soforthilfe Sport" stellen.
 

LSB-Online-Umfrage zu zu den finanziellen Folgen der Corona-Pandemie

Laut einer LSB-Online-Umfrage, an der rund 4000 Vereine teilgenommen haben, schätzen die Vereine ihre finanzielle Ergebnisverschlechterung im Schnitt bis zum Ende der Sommerferien auf rund 5.000 Euro. Insgesamt steht hochgerechnet eine Summe von knapp 20,4 Millionen Euro im Raum – wobei die höchsten Einbußen eines Großvereins in Ostwestfalen mit 1,5 Millionen Euro beziffert werden. Mehr dazu lesen Sie »hier.


Text: Quelle Staatskanzlei NRW/LSB NRW
Bild: Andrea Bowinkelmann

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